Arbeitgeber-Ranking: Das Graduate Barometer 2014

Welche Arbeitgeber sind hierzulande eigentlich am beliebtesten? Das trendence-Institut wollte es wissen und hat für seinen Graduate Barometer 2014 fast 26.000 Studenten befragt, die kurz vor ihrem Abschluss und damit ihrer Abschlussarbeit stehen.

Audi landet auf Platz eins

Wenig überraschend landeten bei der Umfrage große Firmen auf den vorderen Plätzen. Allen voran BMW, Audi und Porsche aus dem Bereich der Autohersteller. Besonders bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind sie beliebt. Es folgen Siemens und Google, das einzige nicht-deutsche Unternehmen unter den ersten zehn. Eher abgeschlagen landen Banken und Wirtschaftsberatungen erst in den Top 20.

Das trendence-Institut wollte darüber hinaus auch wissen, worauf Studenten bei einem Arbeitgeber besonders viel Wert legen. Bei Studentinnen sind es vor allem spezielle Programme für Frauen, wie sie zum Beispiel Audi bietet. Ebenso eine gute Work-Life-Balance. Aber auch der Ruf eines Unternehmens und sein Image spielen offensichtlich eine große Rolle. Während die Deutsche Bahn in den trendence-Umfragen stetig gestiegen ist, hat Amazon aufgrund von andauernden Negativschlagzeilen den Halt verloren. Der Online-Versandhändler ist von Platz 17 auf Platz 33 abgerutscht.

Nach der Diplomarbeit am liebsten am Studienort arbeiten

Studenten haben aber nicht nur klare Vorstellungen von ihrem zukünftigen Arbeitgeber, sie wissen auch sehr genau, in welcher Umgebung sie arbeiten wollen. Ist das künftige Unternehmen attraktiv und entspricht den eigenen Wünschen, dann sind Studenten durchaus flexibel und bereit, umzuziehen. Ansonsten bevorzugen sie größere Städte und wollen am liebsten direkt am Studienort bleiben.

Auch in puncto Gehalt wird nicht lange gefackelt. Zum Einstieg verlangen Jungingenieure und Wirtschaftswisseschaftler zwischen 44.000 und 47.000 Euro.

Apropos: Weißt du denn eigentlich schon, wie es weitergehen soll, wenn deine Abschlussarbeit gedruckt und gebunden ist? Gibt es ein Unternehmen, bei dem du gerne arbeiten möchtest?

Studium auf Probe

Abiturienten haben es heutzutage nicht leicht: Mehr als 9.500 Studiengänge stehen zur Auswahl, viele davon sind erst in den letzten Jahren entstanden. Doch welches Fach ist das Richtige? In welchem möchte man seine Abschlussarbeit schreiben? In welche Richtung soll die berufliche Reise gehen? Antworten liefert ein Orientierungsstudium.

Das bieten inzwischen immer mehr Universitäten in Deutschland an. Sie helfen Studienwilligen dabei, sich zu orientieren und ein Gefühl für das Studieren zu bekommen. So sollen Abbrüche oder ein späterer möglicher Wechsel der Fachrichtung verhindert bzw. minimiert werden.

Ein Gefühl für das Studieren bekommen

Und das nicht ohne Grund: Die Zahlen sind teils erschreckend! Vor allem in den MINT-Fächern ist die Abbruchquote hoch. In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik brechen zwischen 47 und 55 % der Studenten ihr Studium vorzeitig ab.

Die TU Berlin hat deshalb zum Beispiel das zulassungsfreie Orientierungsstudium „MINTgrün“ eingeführt. Das dauert zwei Semester und umfasst alle vier Fachgebiete. Ebenso alle Prüfungen, die nach dem „Schnupperstudium“ anerkannt werden können. Diplomarbeit oder Abschlussarbeit schreiben? Pustekuchen! Darum geht es beim Studium auf Probe nicht.

Auch die Universität Witten/Herdecke hat sich etwas überlegt und das „Orientierungsstudium Kultur und Gesellschaft“ eingeführt. Dieses umfasst ebenfalls zwei Semester und dreht sich um die Fächer Philosophie, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften sowie die praktischen Künste. Pro Semester stehen über 100 Lehrveranstaltungen zur Auswahl. Die kosten allerdings auch: 200 Euro werden pro Monat fällig.

Vom Studiengang bis zur Diplomarbeit

Wer mit seinem Studiengang unglücklich ist oder selbst vielleicht noch nicht genau weiß, wohin die Reise gehen soll: Ein Orientierungsstudium ist eine gute Möglichkeit, mehr über den Uni-Alltag und auch sich selbst zu erfahren. Einfach mal bei den Unis in der Nähe schlau machen. Hier wird in Zukunft noch einiges passieren.

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