Immer mehr Abiturienten wollen studieren

Vom Klassenzimmer in den Hörsaal – immer mehr Abiturienten entscheiden sich genau für diesen Weg. Im Abschlussjahrgang 2012 waren es schon beachtliche 52 Prozent und die Zahl steigt!

Das Studium ist für die meisten Schulabgänger Plan A. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren. Seit zehn, um genau zu sein. Drei Viertel der deutschen Abiturienten bevorzugen eine akademische Ausbildung und wollen eine Abschlussarbeit bzw. Bachelorarbeit schreiben, bevor sie sich ins wahre Berufsleben stürzen. Warum, können sie ganz genau beantworten: Sie erhoffen sich zum einen bessere Berufsaussichten und zum anderen ein höheres Einkommen.

Abschlussarbeit vs. Abschlussprüfung

Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, hat andere Motive. Entweder hindern schlechte Noten daran, den gewünschten Studiengang zu besuchen, der Traumberuf erfordert gar kein Studium oder der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist größer als der, später aufsteigen zu können.

Überraschenderweise sind es dabei mehr Frauen als Männer, die den Weg der Ausbildung einschlagen. 27 Prozent stehen hier 20 Prozent gegenüber. Dabei spielt es allerdings auch eine Rolle, aus welchen Verhältnissen sie kommen. Der Akademiker-Nachwuchs entscheidet sich meist ebenfalls für ein Studium und wählt eher seltener eine nicht-akademische Ausbildung.

Dennoch: Derzeit treiben sich bereits 2,5 Millionen junge Menschen an Unis und FHs in Deutschland herum. In den kommenden fünf Jahren sollen 500.000 weitere dazu kommen. Das bedeutet volle Hörsäle und jede Menge Bachelorarbeiten, die geschrieben und gedruckt werden müssen. Erst ab 2025 rechnen Experten mit einem Rückgang der Immatrikulationszahlen.

Auszeit nach der Abschlussarbeit gefällig?

Eine Auszeit vom Alltag, von all dem Stress und Druck – besonders für Schulabgänger wird das immer mehr zum Credo. Ein sog. Gap Year („Lückenjahr“) bietet sich aber auch für Studenten an. Die Zeit zwischen Bachelor und Master kann so wunderbar genutzt werden.

Direkt nach der Abschlussarbeit in die Ferne, um die Welt zu entdecken, den Horizont zu erweitern und herauszufinden, was man wirklich will. In vielen anderen Ländern ist das bereits Tradition. Hier in Deutschland erlebt das Gap Year erst seit einigen Jahren einen Aufschwung.

Die Zeit zwischen Bachelorarbeit und Master nutzen

Doch wozu ist so ein Gap Year wirklich gut? Um sich beruflich zu orientieren? Die große Freiheit kennen zu lernen? Nochmal durchzuatmen, bevor es an den Master und dann in die Berufswelt geht? Ein bisschen von allem wohl.

Der große Vorteil am Gap Year zwischen Bachelor und Master: Die Immatrikulation bleibt erhalten. Studenten unter 25 müssen sich so keine Gedanken wegen Versicherungen oder Kindergeld machen. Außerdem werden gerade Praktika von ausländischen Unternehmen oftmals nur an eingeschriebene Studenten vergeben.

Abschlussarbeit im Kasten? Auf ins Abenteuer Ausland!

Es ist also nicht mehr nur für Abiturienten möglich, vor dem Studium für einige Monate den Globus zu bereisen. Durch die neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse können auch Studenten im Verlauf ihrer Karriere neue Möglichkeiten austesten. Nach dem meist sechssemestrigen Bachelor und der Abschlussarbeit wartet dann also die große, weite Welt.