Zahl der Studenten an deutschen Hochschulen steigt und steigt

Das Studium ist nach wie vor unheimlich beliebt. Aktuell gibt es an deutschen Hochschulen deshalb so viele Studierende wie nie zuvor. Das ist erfreulich, hat aber auch Schattenseiten: Die Hörsäle sind überfüllt, die Wohnheime ebenso.

Auf in den Kampf – auf zu Bachelorarbeit und Abschlussarbeit

Knapp 2,7 Millionen Studierende sind derzeit eingeschrieben. Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind das im Wintersemester 2014/2015 rund 81.500 mehr als vor Jahresfrist. Bei den Studienanfängern ist die Zahl im Vergleich zu 2013 leicht rückläufig. Dennoch: Fast 500.000 junge Menschen haben sich im Sommer- bzw. Wintersemester 2014 dazu entschieden, ein Studium anzufangen und mindestens ihre Bachelorarbeit zu schreiben.

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Auch im nächsten Jahr wird nicht mit einem Rückgang gerechnet. Vielmehr wird eine Stabilisierung erwartet. Doch: Wohin mit all den Studenten? Und wer soll sie unterrichten? Die Mittel für Hochschulen müssten deutlich aufgestockt werden, damit u.a. Ausbauten vorgenommen werden können.

Viel Bedarf in den nächsten Jahren

Auch in den Wohnheimen fehlen Plätze. Und in Beratungsstellen, Mensen und Kitas muss ebenfalls einiges getan werden. Bis 2020 wollen Bund und Länder im Rahmen der Verlängerung des Hochschulpakts zusätzlich 19 Milliarden Euro ausgeben, um neue Studienplätze zur Verfügung stellen zu können.

Es kann also hoffentlich auch in Zukunft weiterhin eifrig studiert werden. Und wer nach der Bachelorarbeit noch nicht genug hat, kann sich bis zur Masterarbeit durchschlagen.

Es tut sich was beim BAföG … oder nicht?

Gute Nachrichten für alle BAföG-Empfänger: Ab Herbst 2016 soll die Förderung endlich um sieben Prozent steigen. Sowohl Schüler als auch Studenten können sich dann über mehr Geld freuen. Das hat zumindest der Bundestag gestern entschieden, als er der längst überfälligen BAföG-Reform zugestimmt hat.

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Auch beim Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Wissenschaft könnte sich etwas tun: Der Bund soll künftig dauerhaft Projekte an Hochschulen finanzieren dürfen. Zumindest dann, wenn sie eine „überregionale Bedeutung“ haben. Bevor das wirklich passiert, muss der Bundesrat dies und die Bafög-Reform allerdings endgültig verabschieden.

Bye-bye, „Bafög-Lücke“?

Zwischen Bachelorarbeit und Masterstudium klafft für viele Studenten die sogenannte „Bafög-Lücke“. Diese wird ab dem kommenden Herbst geschlossen. Die Bedarfssätze steigen um sieben Prozent, wer nicht bei den Eltern wohnt, erhält 250 anstatt 224 Euro. Der maximale Fördersatz erhöht sich von 670 auf 735 Euro. Und auch dazuverdient werden kann mehr: 450 Euro im Monat sind dann erlaubt.

Klingt erst mal alles schön, ist aber noch Zukunftsmusik. Denn dass all das nicht sofort passiert, sondern noch zwei Jahre dauert, wird scharf kritisiert. Besonders CDU und Die Grünen fordern, dass das BAföG direkt angehoben wird. Schüler und Studenten werden vertröstet und müssen mit weiteren „Nullrunden“ leben. Und das ist nur die Spitze des Eisberges.

40.000 Studenten verlieren den BAföG-Anspruch

In den kommenden Jahren werden immer mehr Schüler und Studenten den Anspruch auf BAföG verlieren. Warum, ist ganz einfach: Die Fördersätze und Elternfreibeträge sind seit 2010 unverändert, das Lohnniveau hingegen steigt aber. Demnach gelten immer mehr junge Menschen als förderungsbedürftig, weil ihre Eltern vermeintlich zu viel verdienen. Bis zum Inkrafttreten der Reform 2016 werden wohl 40.000 Studenten ihren Anspruch verlieren.

Auch wenn die neue BAföG-Reform gut klingt – der Weg bis dahin ist noch lang und wird es vielen Studenten schwer machen. Nicht erst nach der Bachelorarbeit, sondern schon lange zuvor.