Endspurt für die Abschlussarbeit: Weniger Schlaf und trotzdem mehr Power?

Die Abgabefrist für die Abschlussarbeit oder Bachelorarbeit rückt immer näher und es gibt noch so viel zu tun? Das Erste, was viele Studenten in dieser Situation tun: Sie schlafen weniger, um mehr zu schaffen. Doch ist das wirklich sinnvoll?

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Mit wenig Schlaf zur Bachelorarbeit?

Der Journalist Akshat Rathi hat das Experiment vor einigen Jahren gemacht: Er wollte unbedingt seine Doktorarbeit in Chemie abschließen und entschied sich dazu, seinen Schlafrhythmus auszutricksen. Statt acht Stunden am Stück zu schlafen, schlief er pro Nacht nur 3,5 Stunden und legte tagsüber drei 20-minütige Nickerchen ein.

Das Fachbegriff für diesen mehrphasigen Schlafthythmus ist Everyman-Muster. Der Körper kommt nur kurz zur Ruhe, dafür aber sehr tief. So sollen die Tage verlängert werden, ohne dass die Leistung gemindert wird.

Bei Akshat Rathi hat das hervorragend funktioniert, zumindest eine zeitlang. Er konnte sein erstes Doktorandenjahr erfolgreich abschließen, sich parallel in verschiedene Kurse einschreiben und gleichzeitig im Labor arbeiten. Er holte das Maximum aus jedem Tag. Doch das blieb nicht ohne Folgen.

Die Schattenseiten von wenig Schlaf

Rathi’s Experiment brachte aber nicht nur Positives mit sich. In seinem Bericht erzählte er von luziden Träumen und davon, wie sein soziales Umfeld gelitten hat. Nach einem Jahr brach er den Test ab und hatte große Probleme, zum gewohnten Schlafmuster zurückzukehren. Um sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht kommt also wohl niemand herum.

Wobei auch die ein Mythos sind. Letztlich muss jeder selbst herausfinden, wie viel Schlaf er braucht, um volle Leistung bringen zu können. Klar ist aber: Wenig Schlaf bewirkt eine Steigerung des Risikos von Herzinfarkten und anderen Krankheiten. Wer seine Abschlussarbeit oder Bachelorarbeit erst auf den letzten Drücker schreibt, muss sich also nicht wundern, wenn er Zeitprobleme und zu wenig Schlaf bekommt. Wenn ihr eure Abschlussarbeit binden oder drucken lassen wollte, können wir euch aber schnell behilflich sein. Wir machen das quasi im Schlaf 😉

Per Ghostwriter zur Abschlussabeit?

Ein neuer Trend tut sich auf, wie es scheint: Immer mehr Studenten schreiben ihre Abschlussarbeit oder Bachelorarbeit nicht mehr selbst, sondern lassen lieber einen Ghostwriter ran. Sie zahlen also mehrere tausend Euro, anstatt sich selbst die Mühe zu machen und sich Wochen oder Monate hinzusetzen. Aber: Einen Ghostwriter zu beauftragen, ist schlicht und einfach Betrug. Und der kann teuer werden!

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Bachelorarbeit vom Ghostwriter

Ob aus Faulheit, weil die Zeit nicht reicht oder man keinen einzigen sinnvollen Gedanken zu Papier bringt: Gründe, einen Ghostwriter mit dem Verfassen der lästigen Abschlussarbeit zu beauftragen, gibt es genügend. Kosten allerdings auch. Wer eine gute Bachelorarbeit möchte, ist locker ab 4.000 Euro dabei. Soll es eine Dissertation sein, wird es schnell dreistellig.

Dennoch: Das Geschäft boomt! Schließlich wird kein Plagiat abgegeben, sondern eine Arbeit, bei der niemand so schnell nachweisen kann, dass sie nicht aus der eigenen Feder stammt. Gerade in den Bereichen BWL, Jura und Medizin ist die Nachfrage nach einem Autor hoch. Inzwischen gibt es bereits etliche Agenturen, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben und die steigende Nachfrage bedienen. In der Regel sind es Professoren oder Akademiker, die sich als Ghostwriter etwas dazuverdienen.

Ist Ghostwriting illegal?

Per se ist Ghostwriting nicht illegal. Agenturen verweisen in ihren AGBs gern darauf, dass die erstellten Texte nicht zur Abgabe bestimmt sind, sondern nur als Vorlage dienen sollen. Aber ganz ehrlich: Wer seine Bachelorarbeit oder Abschlussarbeit gekauft hat, wird sich natürlich kaum noch die Mühe machen, etwas daran umzuändern. Allerdings versichert ihr bei der Abgabe in einer eidesstattlichen Erklärung, dass ihr alles eigenständig und ohne fremde Hilfe angefertigt habt. Fliegt der Betrug auf, müsst ihr mit hohen Strafen rechnen. Bis zu 50.000 Euro sind möglich. Und den Abschluss bzw. eure wissenschaftliche Laufbahn könnt ihr dann natürlich vergessen. Lohnt sich das Risiko wirklich?

Erstellt euch stattdessen von Beginn an besser einen konkreten Zeitplan und fangt nicht erst drei Wochen vor der Angst an. Wertvolle Tipps zum Schreiben der Abschlussarbeit haben wir für euch hier zusammengefasst.