Auf ins Ausland!

Ein Auslandsaufenthalt hat für Studenten viele Vorteile. Durch ein Semester im Ausland erhält man die Möglichkeit, an vielen interessanten Lehrveranstaltungen und Kursen an einer fremden Uni teilzunehmen. Ein Auslandspraktikum gibt Einblicke ins spätere Berufsleben. Darüber hinaus eignet man sich natürlich Sprachkompetenzen an und lernt den Umgang mit fremden Kulturen und länderspezifischen Gepflogenheiten. All das kann sich extrem vorteilhaft auf die berufliche Zukunft auswirken. Doch ein Aufenthalt im Ausland erfordert einiges an Vorbereitung. Wir geben euch einige Tipps mit auf den Weg.

Das liebe gute Geld

Die oberste Priorität bei der Vorbereitung gilt der finanziellen Absicherung. Es ist nicht immer möglich, während des Auslandssemesters zu arbeiten und Praktika werden meist nicht oder nur unzureichend entlohnt. Bei einem Auslandssemester ist die einfachste Möglichkeit, sich über das Auslands-BAföG finanziell abzusichern. Auch wer normalerweise kein BAföG bekommen würde, ist möglicherweise berechtigt, Auslands-BAföG zu erhalten. Dafür sind vor allem Studiengebühren und höhere Lebenskosten im Ausland verantwortlich. Auch wenn Stipendien verschiedener Stiftungen (u.a. über den DAAD, siehe unten) wegen der hohen Nachfrage sehr begehrt und daher schwierig zu bekommen sind, so lohnt sich eine Bewerbung! Probieren kann man es ja, denn sie finanzieren mitunter ein komplettes Studium im Ausland. Wer keinerlei Förderungsmöglichkeiten bekommt, der kann in einem letzten Schritt noch als Alternative einen Bildungskredit (z.B. vom Bundesverwaltungsamt oder der KfW) in Betracht ziehen. Da dieser jedoch verzinst zurückgezahlt werden muss, sollte man sich genau überlegen, wie viel Geld man in diesem Fall beansprucht.

Europäisches Ausland = ERASMUS

Wer plant, ein Semester im europäischen Ausland zu absolvieren, sollte sich auf jeden Fall an das Akademische Auslandsamt seiner Uni wenden. Über deren Studentenaustauschprogramm ERASMUS bekommt man kompetente Unterstützung bei der Planung und Organisation seines Auslandsaufenthaltes. Auch hat man vor Ort im Ausland einen Ansprechpartner und muss eventuelle Studiengebühren nicht bezahlen. Förderungen im Wert von ca. 200€ je nach Land und Region existieren auch. Für Praktika bietet sich analog das Programm LEONARDO an.

Darf es etwas weiter weg sein?

Wer über die Grenzen von Europa hinaus ins Ausland möchte, der sollte sich unter anderem an den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) wenden. Hier finden sich Ansprechpartner, die für Aufenthalte im außereuropäischen Raum zuständig sind. Auch Fördermöglichkeiten, hauptsächlich für Aufenthalte von ein bis zwei Semestern, werden in großer Vielfalt angeboten.

Die richtige Bleibe finden

Ungeheuer wichtig ist selbstverständlich auch die Wohnungssuche. Diese gestaltet sich leider etwas schwierig, da man nicht „mal eben“ rüberfahren und die WG besichtigen kann. Wer nicht ins kalte Wasser springen möchte, kann jedoch für den Anfang erst mal in einer Ferienwohnung oder einem Wohnheim unterkommen, und von dort aus auf die Suche nach passenden WGs gehen. Besser so, als aus der Ferne in eine WG zu ziehen, die so gar nicht zu einem passen will und den Auslandsaufenthalt zu keiner schönen Erfahrung werden lässt. Denn neben den Kosten für die Unterkunft und der Lage sollte natürlich auch das WG-Klima stimmen!

Die Suche nach dem Traumjob – wo beginnen?

Endlich geschafft! Der Abschluss ist in der Tasche und spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich intensiv auf Jobsuche zu begeben. Doch wo am besten anfangen? Quellen für Stellenangebote gibt es unzählige. Wir geben einen kleinen Überblick, wo man am ehesten mit der Suche nach der Traumstelle beginnen sollte.

Natürlich bietet das Internet eine ganze Reihe von Jobbörsen, die durchforstet werden können, z.B. Absolventa, Monster, Xing oder Stepstone. Hier könnt Ihr zum einen gezielt nach passenden Stellen suchen und verschiedene Faktoren mit einbeziehen, wie etwa den Arbeitsort, die Branche oder das Einstiegsniveau (Absolvent oder Berufserfahrener). Bei vielen Anbietern ist es zudem möglich, ein eigenes Profil samt Lebenslauf, Foto und Motivationsschreiben anzulegen. Dieses Profil kann dann von interessierten Firmen aufgerufen werden und sie können Euch bei Interesse kontaktieren. Es ist allerdings ratsam, Eure Kontaktdaten/Telefonnummern nicht direkt zu veröffentlichen, um eine Kontaktaufnahme durch unseriöse Unternehmen zu unterbinden. Die Kontaktaufnahme sollte als erstes immer über die Jobbörse zustande kommen.

Auch wenn das Internet mittlerweile Informationsquelle Nr.1 bei der Stellensuche ist, darf auf keinen Fall die Suche in den „Offline-Medien“ unterschätzt werden. Oft finden sich in den Stellenanzeigen der Qualitätszeitungen (z.B. FAZ, Süddeutsche Zeitung) äußerst attraktive Angebote, die von Euch entdeckt werden wollen! Auch in vielen Lokalzeitungen lohnt sich ein Blick in die Rubrik „Stellenanzeigen“!

Ein weiterer Weg besteht darin, unmittelbar den persönlichen Kontakt zum potentiellen Arbeitgeber zu suchen, indem man passende Firmenkontaktmessen besucht. Ausgerüstet mit Bewerbungsunterlagen kann man dort direkt mit den Mitarbeitern des Unternehmens auf recht lockerem Wege in Kontakt treten. Doch es kann nie schaden, sich vor dem Besuch einer Messe über die Unternehmen, an denen man aller Wahrscheinlichkeit nach interessiert ist, zu informieren. Wichtig sind natürlich auch ein gepflegtes Äußeres und ein angemessenes Auftreten. Traut Euch ruhig zu, proaktiv auf die Leute zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Neben Euren Bewerbungsunterlagen samt ausführlichem Lebenslauf schadet es zudem nie, alternative Unterlagen wie Visitenkarten und eine Art „Steckbrief“ mitzunehmen, wo auf einer Seite in aller Kürze Eure zentralen Daten & Fähigkeiten aufgelistet sind. Je nachdem, welche Unterlagen die einzelnen Firmen benötigen, seid Ihr so bestens ausgerüstet.

Keinesfalls zu unterschätzen sind auch die eigenen Netzwerke im Freundes- und Bekanntenkreis – gebt bekannt, dass ihr auf Jobsuche seid und in welche Richtung genau es gehen soll! Vielleicht ergibt sich durch das ein oder andere „Vitamin-B“ eine Aussicht auf eine passend Stelle.

Welchen Stellenwert hat das Thema Karriere für Studenten?

Gastbeitrag von www.infomensa.de – Dem Studentenblog.

Die Generation der heute 20-30-Jährigen, die in den Beruf einsteigen wollen, ist eine Generation der Selbstoptimierer. Die Bologna-Reform bot ihnen nur die Infrastruktur. Der Wandel der Mentalität fand in den Köpfen statt. Als hätte eine Generation nur darauf gewartet, auf einmal in den Wettbewerb des Credit-Point-Sammelns einzutreten, durch geschickt gewählte Praktika die Erfahrungen zu sammeln, die sie für die Wunschstelle brauchen und solange für ihre Abschlüsse zu pauken, bis sie sie mit herausragenden Noten meistern. Vielleicht ist das aber auch einfach nur der Wunsch nach einer Sicherheit, die heute auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gegeben ist, die viele dazu bringt, in den Leistungswahn zu verfallen. Wenn man alles richtig macht, dann müsste es doch trotz allem möglich sein, an sein berufliches Ziel zu gelangen…

Aber wie sieht das berufliche Ziel heutiger Studenten überhaupt aus? Über einen Kamm scheren lassen sie sich wohl kaum. Es gibt noch immer diejenigen, die bereits zwei Jahre vor dem Abi die Hochschulrankings studieren, um herauszufinden, dass sie ihr Wirtschaftsstudium am besten an der Uni St. Gallen absolvieren und diejenigen, die trotz aller Bedenken ihres Umfelds ein Geisteswissenschafts-Studium beginnen, auch wenn die Jobaussichten nicht gerade rosig sind. Es gibt aber doch eine Tendenz, die besagt, dass Studenten seit 25 Jahren nicht so ehrgeizig waren wie heute. Und darin sind sich die Wirtschaftsstudenten und Geisteswissenschaftler auch wieder gleich. Keiner von ihnen will einen stinknormalen Job irgendwo im Durchschnitt. Ebenso wie der Wirtschaftswissenschaftler, der seit dem Abitur auf eine Vorstandsposition in einem Unternehmen hinarbeitet, wollen auch die Geisteswissenschaftler als Journalisten bei der Zeit oder FAZ arbeiten, Schriftsteller werden oder im Kulturmanagement kreativ tätig sein. Die Generation der Selbstoptimierer ist eine Generation, die nach Spitzenpositionen strebt, weil ihnen von klein auf nahegelegt wurde, wie wichtig es ist, die Entscheidungen selbst zu treffen und weil sie selten gelernt haben, sich unterzuordnen. Sie haben gerne die Fäden in der Hand und bevorzugen flache Hierarchien. So kann es passieren, dass sich ein Praktikant in eine Diskussion unter Managern einmischt, nur weil er der Überzeugung ist, dass die beste Idee eben gewinnt. Für die weiblichen Kommilitonen, für die neben der Karriere auch das Thema Familie-Gründen im Raum steht, ist es weiterhin Teil der Selbstoptimierung, sich durch den Nachwuchs nicht die Aufstiegschancen zu verbauen. Sie wollen beides unter einen Hut bringen und dann auch noch beides perfekt. Deshalb der Wunsch nach Rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung, nach Teilzeitstellen in hohen Positionen, nach Frauenquoten.

Die Frage, wie hoch es für die Studenten von heute genau hinausgehen soll, ist wahrscheinlich gar nicht so schematisch zu beantworten. Welches Managementlevel, wie viel Macht und Verantwortung… Vielleicht lässt sich eher sagen, dass Studenten heute und Unternehmen, die gerade angesagt sind, überhaupt nach neuen Formen streben. Die Nachwuchskräfte übernehmen gerne Verantwortung, aber das vor allem im Team, sie streben nach Macht, glauben aber an die Durchsetzungskraft der guten Ideen, sie sind flexibel für Arbeit im Ausland und investieren viel in ihren Job, wenn sie den Job auch als einen Teil ihres Lebens begreifen können, weil dort gute Bedingungen für ihre persönliche Entfaltung herrschen.