Yeah, endlich mehr Bafög!

Endlich mal wieder gute Neuigkeiten von der Bafög-Front: Nach langem, langem Stillstand gibt es ab dem Wintersemester 2016 für alle, die studieren oder gerade ihre Bachelorarbeit drucken und binden lassen mehr Geld. Die 25. Bafög-Reform tritt endlich in Kraft und bringt etliche Neuerungen mit sich.

Mehr Geld, mehr Nerven für die Bachelorarbeit

Das „neue“ Bafög bietet etliche Vorteile:

  • Die Bedarfssätze werden um 7 % angehoben. Kleines Beispiel: Wer bislang studiert und bei den Eltern gewohnt hat, hat maximal 495 Euro bekommen. Ab Herbst 2016 sind es 537 Euro. Wer außerhalb wohnt, erhält künftig 735 Euro statt 670 Euro.
  • Auch die Freibeträge – vom Einkommen der Eltern oder Lebenspartner – werden um 7 % angehoben.

Was ebenfalls sehr interessant ist: Ab dem 1.8.2016 wird die Ausbildung nicht mehr nur bis zur letzten Prüfung, sondern darüber hinaus bis zur Bekanntgabe des Abschlussergebnisses gefördert. Es gibt also keine unschöne Lücke mehr zwischen einem Bachelor- und einem Masterstudium. Das ist perfekt, wenn du ein bisschen Weltluft schnuppern willst.

Nach dem Bachelorarbeit drucken und binden ins Ausland

Du hast deine Bachelorarbeit drucken und binden lassen und kannst es jetzt kaum erwarten, abzuhauen? Wenn du nach dem Bachelorarbeit binden ein Auslandspraktikum oder ähnliches geplant hast, musst du dir erst mal keine Gedanken über dein Bafög machen. Und selbst, wenn du bislang kein Inland-Bafög erhalten hast, kann sich das durch die neue Reform ändern. Es ist gut möglich, dass du Anspruch auf Auslands-BAföG hast. Dein Bafög-Amt vor Ort kann dir hierzu Auskunft geben.

Auch für ein komplettes Studium im Ausland gibt es Neuerungen, die bereits in Kraft getreten sind. Es kommt also endlich wieder Bewegung in das ganze Thema. Und was besonders schön ist: Die Anhebung der Bafög-Sätze kommt nicht nur allen zugute, die bereits Bafög beziehen, sondern auch denjenigen, bislang keine staatliche Förderung bekommen konnten.

Es tut sich was beim BAföG … oder nicht?

Gute Nachrichten für alle BAföG-Empfänger: Ab Herbst 2016 soll die Förderung endlich um sieben Prozent steigen. Sowohl Schüler als auch Studenten können sich dann über mehr Geld freuen. Das hat zumindest der Bundestag gestern entschieden, als er der längst überfälligen BAföG-Reform zugestimmt hat.

photo-1416339276121-ba1dfa199912

 

Auch beim Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Wissenschaft könnte sich etwas tun: Der Bund soll künftig dauerhaft Projekte an Hochschulen finanzieren dürfen. Zumindest dann, wenn sie eine „überregionale Bedeutung“ haben. Bevor das wirklich passiert, muss der Bundesrat dies und die Bafög-Reform allerdings endgültig verabschieden.

Bye-bye, „Bafög-Lücke“?

Zwischen Bachelorarbeit und Masterstudium klafft für viele Studenten die sogenannte „Bafög-Lücke“. Diese wird ab dem kommenden Herbst geschlossen. Die Bedarfssätze steigen um sieben Prozent, wer nicht bei den Eltern wohnt, erhält 250 anstatt 224 Euro. Der maximale Fördersatz erhöht sich von 670 auf 735 Euro. Und auch dazuverdient werden kann mehr: 450 Euro im Monat sind dann erlaubt.

Klingt erst mal alles schön, ist aber noch Zukunftsmusik. Denn dass all das nicht sofort passiert, sondern noch zwei Jahre dauert, wird scharf kritisiert. Besonders CDU und Die Grünen fordern, dass das BAföG direkt angehoben wird. Schüler und Studenten werden vertröstet und müssen mit weiteren „Nullrunden“ leben. Und das ist nur die Spitze des Eisberges.

40.000 Studenten verlieren den BAföG-Anspruch

In den kommenden Jahren werden immer mehr Schüler und Studenten den Anspruch auf BAföG verlieren. Warum, ist ganz einfach: Die Fördersätze und Elternfreibeträge sind seit 2010 unverändert, das Lohnniveau hingegen steigt aber. Demnach gelten immer mehr junge Menschen als förderungsbedürftig, weil ihre Eltern vermeintlich zu viel verdienen. Bis zum Inkrafttreten der Reform 2016 werden wohl 40.000 Studenten ihren Anspruch verlieren.

Auch wenn die neue BAföG-Reform gut klingt – der Weg bis dahin ist noch lang und wird es vielen Studenten schwer machen. Nicht erst nach der Bachelorarbeit, sondern schon lange zuvor.