über Hochwasser und Menschen

Welch‘ aufregende Tage und Nächte liegen hinter vielen von uns. Warten und Bangen oder eben auch mit anpacken und helfen. An keinem ging das Hochwasser 2013 spurlos vorbei.
Der Pegel der Elbe sinkt Stück für Stück, wir befinden uns am heutigen Tage nur noch bei Warnstufe 1. Das Terassenufer ist seit letztem Freitag wieder für Autos frei gegeben. Und nun finden auch wir Zeit, ein bisschen zu resümieren.

Ende Mai/Anfang Juni wurden der Süden und Osten von Deutschland aber auch die Tschechische Republik von Dauerregen heimgesucht. Die Flüsse schwollen rasant und gefährlich an. Ganze Dörfer wurden von den Fluten eingeschlossen, Einwohner mussten ihr Hab und Gut zurück lassen und in Notunterkünften unterkommen. Größtenteils konnte man nur noch tatenlos zusehen, wie sich das Wasser seinen Weg durch Straßen und ganze Innenstädte suchte. In Sachsen-Anhalt brach ein Damm bei Fischbek. Umliegende Dörfer wurden geschwemmt, sodass nur noch die Dachspitzen der Häuser zu sehen waren. Mittlerweile konnte der Damm wieder fast komplett geschlossen werden – nur noch eine kleine Menge fließt aus dem Damm. Was danach kommt, was die Betroffenen erwartet ist alles noch ungewiss.

Was dieses Jahr ganz besonders hervorzuheben war und immer noch ist: die Bereitschaft zu helfen.
Am Beispiel Dresden lassen sich alle Eindrücke nur schwer zusammenfassen.
Soziale Netzwerke zeigten hier besonders Größe, denn die Bereitschaft, fremden Menschen und deren Existenzen in einer besonders großen Notlage zu helfen, war enorm. „Unglaublich“ trifft es noch besser. Auf Facebook wurden innerhalb weniger Stunden Seiten erstellt, um die Verbindung zwischen in-Not-Geratenen und Helfern herzustellen. Allein die „Fluthilfe Dresden“ hat mittlerweile knapp 50.000 Likes, der „Elbpegelstand“ informiert zusätzlich stündlich über den aktuellen Pegel und gelangte so zu über 75.000 Likes.

In kürzester Zeit verbreiteten sich Meldungen über fehlenden Sand, Säcke und Hilfsbereite. Hilferufe von Privatpersonen, wo Dämme gebaut werden müssen, Orte, an denen das Wasser schneller kam, als ein Keller geräumt werden konnte, wurden so rasch von helfenden Händen gestützt. Eine alleinerziehende Mutter schrieb, dass Sie in wenigen Stunden aus ihrer Wohnung muss und noch Leute braucht, die ihr beim Tragen der Möbel helfen. Ihre Wohnung war wohl in zwei bis drei Stunden geräumt – am Ende des Tages bedankte sie sich via Facebook bei diesem unglaublichen Engagement von fremden Menschen.

Und es wurde nicht nur gesucht, sondern auch geboten.
Aufgrund von zeitweise akutem Sandsackmangel wurden neue Sandsäcke einfach aus alten Stoffen genäht. Die Fahrbereitschaft, Sandsäcke von A nach B zu transportieren war enorm aber auch um die Verpflegung der vielen „Helferlis“ brauchte man sich keine Sorgen machen. So viele Menschen, die sich an den Herd gestellt haben, um Suppen zu kochen, Kuchen zu backen oder einfach nur Schnittchen zu schmieren. Literweise Getränke sowie Obst wurden gekauft und an die betroffenen Orte gefahren. Große Supermärkte stellten teilweise täglich neue Lebensmittel für die Helfer zur Verfügung, welche teilweise bis an ihre körperlichen Grenzen geschuftet haben. Etliche Nachtschichten wurden eingelegt. THW und Bundeswehr appellierten zwischenzeitlich an alle, regelmäßig Pausen einzulegen – so hoch war die Bereitschaft der Helfer.

Das Wasser kehrt in sein altes Bett zurück und die großen Aufräumarbeiten haben begonnen. Während die ersten schon wieder geöffnet haben (Hallooooo Citybeach) werden die Aufräumarbeiten bei Anderen noch eine Weile in Anspruch nehmen (Hallooo Schillergarten, die Terasse habt ihr schon offen, den Rest schafft ihr auch noch).
Bei vielen Aufräumarbeiten werden weiterhin helfende Hände gesucht und größtenteils wieder über die sozialen Netzwerke geleitet. Unter „Dresden räumt auf“ findet man viele Informationen zu Unternehmen, aber auch kleinen Familien, die um unsere Hilfe bitten. Aufräumen tut keiner gerne, aber die Bereitschaft zum Anpacken bleibt hoffentlich bestehen.

Des Weiteren werden zahlreiche Spendenaktionen ins Leben gerufen. Selbst die kleinsten Organisationen wollen helfen. Der Club64 auf der Louisenstraße zum Beispiel wirft pro Astra bzw. Fritz Kola, welches über die Theke geht, einen Euro in die Spendenkasse. Mit dem Geld wird dann das Wohnheim Lebenshilfe in Dresden-Gohlis unterstützt.

Alsoooo:
DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! an alle Sandsack-Näher/-Füller/-Fahrer/-Schlepper, Organisationsleute, Köche und Schnittchen-Schmierer, Getränkebringer. DANKE, an alle für’s Durchhalten und Anpacken. DANKE an die Uniformierten und die vielen Freiwilligen.
So groß das Chaos auch war und so unglaublich weitläufig sich das Wasser seinen Weg genommen hat – der Zusammenhalt und das Miteinander der Bevölkerung haben auch glücklich gemacht.
Bewahrt euch das, vergesst das nicht – auch ohne Katastrophen sollten die Menschen so miteinander umgehen.

Hochwasser 2013
Sonnenschein und Hochwasser.

Auf ins Ausland!

Ein Auslandsaufenthalt hat für Studenten viele Vorteile. Durch ein Semester im Ausland erhält man die Möglichkeit, an vielen interessanten Lehrveranstaltungen und Kursen an einer fremden Uni teilzunehmen. Ein Auslandspraktikum gibt Einblicke ins spätere Berufsleben. Darüber hinaus eignet man sich natürlich Sprachkompetenzen an und lernt den Umgang mit fremden Kulturen und länderspezifischen Gepflogenheiten. All das kann sich extrem vorteilhaft auf die berufliche Zukunft auswirken. Doch ein Aufenthalt im Ausland erfordert einiges an Vorbereitung. Wir geben euch einige Tipps mit auf den Weg.

Das liebe gute Geld

Die oberste Priorität bei der Vorbereitung gilt der finanziellen Absicherung. Es ist nicht immer möglich, während des Auslandssemesters zu arbeiten und Praktika werden meist nicht oder nur unzureichend entlohnt. Bei einem Auslandssemester ist die einfachste Möglichkeit, sich über das Auslands-BAföG finanziell abzusichern. Auch wer normalerweise kein BAföG bekommen würde, ist möglicherweise berechtigt, Auslands-BAföG zu erhalten. Dafür sind vor allem Studiengebühren und höhere Lebenskosten im Ausland verantwortlich. Auch wenn Stipendien verschiedener Stiftungen (u.a. über den DAAD, siehe unten) wegen der hohen Nachfrage sehr begehrt und daher schwierig zu bekommen sind, so lohnt sich eine Bewerbung! Probieren kann man es ja, denn sie finanzieren mitunter ein komplettes Studium im Ausland. Wer keinerlei Förderungsmöglichkeiten bekommt, der kann in einem letzten Schritt noch als Alternative einen Bildungskredit (z.B. vom Bundesverwaltungsamt oder der KfW) in Betracht ziehen. Da dieser jedoch verzinst zurückgezahlt werden muss, sollte man sich genau überlegen, wie viel Geld man in diesem Fall beansprucht.

Europäisches Ausland = ERASMUS

Wer plant, ein Semester im europäischen Ausland zu absolvieren, sollte sich auf jeden Fall an das Akademische Auslandsamt seiner Uni wenden. Über deren Studentenaustauschprogramm ERASMUS bekommt man kompetente Unterstützung bei der Planung und Organisation seines Auslandsaufenthaltes. Auch hat man vor Ort im Ausland einen Ansprechpartner und muss eventuelle Studiengebühren nicht bezahlen. Förderungen im Wert von ca. 200€ je nach Land und Region existieren auch. Für Praktika bietet sich analog das Programm LEONARDO an.

Darf es etwas weiter weg sein?

Wer über die Grenzen von Europa hinaus ins Ausland möchte, der sollte sich unter anderem an den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) wenden. Hier finden sich Ansprechpartner, die für Aufenthalte im außereuropäischen Raum zuständig sind. Auch Fördermöglichkeiten, hauptsächlich für Aufenthalte von ein bis zwei Semestern, werden in großer Vielfalt angeboten.

Die richtige Bleibe finden

Ungeheuer wichtig ist selbstverständlich auch die Wohnungssuche. Diese gestaltet sich leider etwas schwierig, da man nicht „mal eben“ rüberfahren und die WG besichtigen kann. Wer nicht ins kalte Wasser springen möchte, kann jedoch für den Anfang erst mal in einer Ferienwohnung oder einem Wohnheim unterkommen, und von dort aus auf die Suche nach passenden WGs gehen. Besser so, als aus der Ferne in eine WG zu ziehen, die so gar nicht zu einem passen will und den Auslandsaufenthalt zu keiner schönen Erfahrung werden lässt. Denn neben den Kosten für die Unterkunft und der Lage sollte natürlich auch das WG-Klima stimmen!