Trend zum Studieren hält an

Das Wintersemester 2015/2016 ist erst wenige Tage alt und dennoch zeigt sich, dass der Trend zum Studieren nicht abbricht. Immer mehr Schulabgänger ziehen ein Studium einer Berufsausbildung vor. Während viele Lehrstellen unbesetzt bleiben – vor allem im Handwerk und Handel – geht es in den Hörsälen eng und kuschelig zu.

Akademisierung weiterhin beliebt

Die Akademisierung ist nicht zu stoppen. Dennoch verschwimmt die Grenze zwischen akademischer und betrieblicher Ausbildung mehr und mehr. Wer die Bachelorarbeit geschrieben und den Abschluss in der Tasche hat, konkurriert inzwischen mit beruflich Qualifizierten um Stellen. Besonders duale Studiengänge boomen deshalb und erhalten viel Zulauf. Wer dagegen immer noch um Anerkennung kämpft, ist der Bachelor-Abschluss. In vielen Berufsfeldern ist er nach wie vor ungern gesehen.

Wichtig ist, wie sich der Hochschulunterricht perspektivisch weiterentwickelt. Wie Forschung und Lehre künftig bewertet werden, damit man den steigenden Studentenzahlen gerecht werden kann.

Migranten sind auch an Universitäten ein Thema

Auch das aktuell brisante Flüchtlingsthema hat Auswirkungen: Migranten, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, soll ein Hochschulstudium nicht verwehrt werden. Um an Programmen für Gasthörer teilnehmen zu dürfen, muss der Deutsch-Sprachkurs (Goethe-Zertifikat-B1) bestanden sein und die Hochschulzugangsqualifikation im Original vorliegen. Zudem muss der Aufenthaltsstatus geklärt sein.

Bislang bieten nur zwei Universitäten ein reguläres Studium für Flüchtlinge an: Die Universität des Saarlandes und die Hochschule Magdeburg-Stendal. Aber schon in Kürze werden sicher weitere Institute dazukommen.

Zahl der Studenten an deutschen Hochschulen steigt und steigt

Das Studium ist nach wie vor unheimlich beliebt. Aktuell gibt es an deutschen Hochschulen deshalb so viele Studierende wie nie zuvor. Das ist erfreulich, hat aber auch Schattenseiten: Die Hörsäle sind überfüllt, die Wohnheime ebenso.

Auf in den Kampf – auf zu Bachelorarbeit und Abschlussarbeit

Knapp 2,7 Millionen Studierende sind derzeit eingeschrieben. Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind das im Wintersemester 2014/2015 rund 81.500 mehr als vor Jahresfrist. Bei den Studienanfängern ist die Zahl im Vergleich zu 2013 leicht rückläufig. Dennoch: Fast 500.000 junge Menschen haben sich im Sommer- bzw. Wintersemester 2014 dazu entschieden, ein Studium anzufangen und mindestens ihre Bachelorarbeit zu schreiben.

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Auch im nächsten Jahr wird nicht mit einem Rückgang gerechnet. Vielmehr wird eine Stabilisierung erwartet. Doch: Wohin mit all den Studenten? Und wer soll sie unterrichten? Die Mittel für Hochschulen müssten deutlich aufgestockt werden, damit u.a. Ausbauten vorgenommen werden können.

Viel Bedarf in den nächsten Jahren

Auch in den Wohnheimen fehlen Plätze. Und in Beratungsstellen, Mensen und Kitas muss ebenfalls einiges getan werden. Bis 2020 wollen Bund und Länder im Rahmen der Verlängerung des Hochschulpakts zusätzlich 19 Milliarden Euro ausgeben, um neue Studienplätze zur Verfügung stellen zu können.

Es kann also hoffentlich auch in Zukunft weiterhin eifrig studiert werden. Und wer nach der Bachelorarbeit noch nicht genug hat, kann sich bis zur Masterarbeit durchschlagen.

… und welcher Studententyp bist du?

Es gibt sie überall, die guten, alten Klischees. Über Studenten hört man besonders viele: Sie sind faul, sie schlafen den ganzen Tag, sie machen sich nichts aus ihrem Aussehen und von Arbeit verstehen sie sowieso nichts. Alles quatsch. Oder?

Von Ersti bis Abschlussarbeit

Zu Beginn eines jeden Wintersemesters tummeln sich auf dem Campus die unterschiedlichsten Typen. Die Erstis, die Streber, die Alternativen, die „ewigen Studenten“. Was macht die einzelnen Typen aus? Und wie sind sie zu erkennen? Wir haben mal genauer hingeschaut.

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Der Ersti: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? So geht es den meisten Erstis, die orientierungslos über den Campus irren. In der Hand halten sie einen Übersichtsplan und bis sie den Seminarraum gefunden haben, ist es meist schon zu spät. Im Gegensatz zum „ewigen Studenten“ glänzt der Ersti aber mit einer Übermotivation und kann es kaum erwarten loszulegen.

Der Zielstrebige: Er weiß ganz genau, was er will. Deshalb ist er auch schon lange vor Vorlesungsbeginn da und schreibt seine Abschlussarbeit praktisch schon im ersten Semester. Perfekt gestylt natürlich und mit Smartphone, Notebook, Tablet und Co. ausgerüstet. Weltherrschaft? Kein Problem. Geht auch vom Hörsaal aus und im Sitzen.

Der ewige Student: Er gehört schon fast zum Inventar, denn er ist im gefühlt 44. Semester und wird wahrscheinlich niemals fertig werden. War er nicht auch schon in den 80ern mit am Start? Er weiß es vermutlich selbst nicht mehr. Dafür lebt er die Rolle des Studenten vollkommen aus und freut sich, dass er überall Rabatt bekommt. Und so ein Semesterticket ist natürlich auch echt praktisch.

Der Alternative: Er studiert ganz klar Geisteswissenschaften und ist montags meist bei Demos anzutreffen. Sein Kaffee ist Fair Trade, sein Tabak selbst gedreht und er selbst natürlich überzeugter Veganer. Mit der Ordnung hat er es nicht so, lose Zettel sind Teil seiner Lebensphilosophie. Zumindest bis zur Bachelorarbeit oder Abschlussarbeit. Kann man dafür eigentlich auch demonstrieren?

Der Streber: Ähnelt sehr dem Zielstrebigen. Er ist meist in der Nähe von Professoren zu finden, wenn er nicht grad einem seiner vielen Nebenjobs nachgeht. Auf Parties ist er dafür praktisch nie zu Gast, denn er lernt lieber. Überhaupt hat er keine Zeit zu verlieren. Die Regelstudienzeit ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, die Abschlussarbeit schreibt sich quasi nebenbei.

Und? Welcher Studientyp bist du? 😉

So klappt’s mit der Finanzierung des Studiums

In wenigen Wochen geht es los, das Wintersemester 2014/2015. Um das meistern zu können, braucht es das nötige Kleingeld. Das ist keine Floskel, sondern leider eine Tatsache. Wohnraum, Materialien und Unterlagen, Verpflegung, hin und wieder ein bisschen Party – das geht schnell ins Geld.

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So kommst du bis zur Abschlussarbeit über die Runden

Wer nicht genügend Budget hat und auch von den Eltern keine Finanzspritze bekommt, kann immer noch andere Finanzierungsmöglichkeiten nutzen. Von BAföG bis Darlehen, wir verraten dir, wie du finanziell über die Runden kommst, bis du deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreibst.

 

  • BAföG: Hier lohnt es sich eigentlich immer, einen Antrag zu stellen. Denn BAföG ist die günstigste Möglichkeit, das Studium zu finanzieren. Anspruch darauf haben grundsätzlich deutsche und – unter bestimmten Umständen – auch ausländische Studierende. Problematisch wird es, wenn vorher bereits eine Ausbildung absolviert wurde. Und auch das Alter spielt bei der Beantragung eine Rolle.
  • Studienkredit: Eine hilfreiche, aber nicht ganz günstige Option. Denn im Gegensatz zum BAföG ist der Kredit nicht zinsfrei und es muss die volle Summe zurückgezahlt werden. Vor Abschluss eines Kreditvertrages sollten die Konditionen ganz genau geprüft und mit anderen Angeboten verglichen werden.
  • Stipendium: Hiermit sollen besonders begabte Studenten gefördert werden. Und zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Voraussetzungen sind unterschiedlich, ebenso wie die inhaltlichen Schwerpunkte der einzelnen Begabtenförderungswerke. Größter Vorteil ist, dass das Geld nach dem Studium nicht zurückgezahlt werden muss.
  • Nebenjob: Wenn das BAföG nicht ausreicht oder es keine Förderung gibt, bleibt immer noch ein Nebenjob. Angebote finden sich entweder im Netz oder am Schwarzen Brett der jeweiligen Hochschule. Wichtig: Als BAföG-Empfänger musst du aufpassen, dass du die monatlich Einkommensgrenze nicht überschreitest.

Das sind nur einige von vielen Möglichkeiten, mit denen du dein Studium finanzieren kannst. Damit du dich voll und ganz auf deinen Abschluss und die Abschlussarbeit konzentrieren kannst, ist es wichtig, dass auf dem Konto keine Ebbe herrscht.

 

Auf und davon: Auslandssemester

Das Auslandssemester ist oftmals ein wichtiger Teil des Studiums: Neue Erfahrungen machen, über den Tellerrand hinausschauen, Sprachkenntnisse verbessern. Dennoch absolvieren es Jahr für Jahr immer weniger Studenten. Die Aufenthalte fernab der Heimat werden kürzer und aufgeschoben. Warum? Weil viele Studenten Angst vor dem Zeitverlust haben.

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Der Bologna-Effekt

Die Ursache liegt auf der Hand: Die Einführung von Bachelor und Master hat einen enormen Zeitdruck mit sich gebracht. Viele Studenten glauben, dass sie sich das Auslandssemester nicht wirklich leisten können. Bologna hat in der Hinsicht nichts Positives bewirkt, sondern die Erwartungen noch höher geschraubt.

 

Das bestätigt auch eine DAAD-Studie: Deutsche Studenten verbringen heute im Rahmen des Erasmus-Programms durchschnittlich nur noch 5,7 Monate im Ausland. 2004 waren es noch 6,9 Monate. Auch die Anerkennung von Studienleistungen ist ein Problem. Das Studium innerhalb der Regelstudienzeit mit Bachelorarbeit abschließen? Kaum noch möglich. Viele Unis treffen deshalb entsprechende Vorkehrungen. Sie legen beispielsweise schon vor dem Auslandssemester fest, welche Kurse später angerechnet werden.

Nach der Bachelorarbeit ins Ausland

Dass ein Auslandsaufenthalt nicht direkt zu Beginn des Studiums stattfindet, ist klar. Viele Studenten nutzen inzwischen die Zeit zwischen Bachelor und Master, um das Ausland zu bereisen. So passt das Semester fernab der Heimat besser in den gesamten Ablauf.

Zudem fällt der erste Druck ab, wenn zumindest die Bachelorarbeit gedruckt und gebunden ist. Man kann nach vorn schauen und sich guten Gewissens eine kleine Auszeit gönnen. Wobei so ein Auslandssemester mit einem Urlaub natürlich nichts zu tun hat.

Was kommt nach dem Studium?

Endlich: Die Abschlussarbeit ist geschrieben und gedruckt, das Studium geschafft. Bevor ihr die Sektkorken knallen lasst, solltet ihr allerdings auch daran denken, wie es jetzt weitergeht. Denn wenn ihr die Uni oder FH verlasst, ändern sich einiges.

Was ihr vor allem nicht vergessen solltet, ist eure Zukunft. Nicht nur die berufliche, sondern auch die private. Seid ihr abgesichert? Wie ist das mit dem Kindergeld? Und wie läuft es, wenn ihr nicht gleich einen Job findet? Alles organisatorische Fragen, die geklärt werden müssen.

Versicherungen nach der Abschlussarbeit

Während des Studiums sind viele über ihre Eltern versichert: Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, … Ist man kein Student mehr, ändert sich allerdings der Status und der Tarif muss oftmals gewechselt werden. Sonderregelungen gibt es beispielsweise zwischen Bachelor- und Masterstudium und wenn ihr unter 25 seid. Hier solltet ihr unbedingt mit eurer Versicherung sprechen, um auch wirklich abgesichert zu sein.

Kindergeldanspruch nach dem Studium

Bei Schriftverkehr mit der Kindergeldkasse solltet ihr unbedingt Zeit einplanen und frühzeitig nachfragen. Besonders, wenn es nur um die Übergangszeit zwischen Erst- und Zweitstudium geht. Denn Bachelorarbeit und Bachelorabschluss gelten als abgeschlossene Erstausbildung und demnach erlischt auch der Kindergeldanspruch.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn ihr ein Zweitstudium anschließt. Dann habt ihr nämlich bis zu eurem 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld. Wer über seine Eltern privat versichert ist, kann es weiterhin bleiben. Zumindest so lange, wie es Kindergeld gibt. Ansonsten müsst ihr euch selbst gesetzlich versichern.

Kein Job in Aussicht?

Wenn ihr noch nicht wisst, wie es nach der Abschlussarbeit weitergeht, solltet ihr euch unbedingt rechtzeitig arbeitssuchend melden. Nur dann kann geprüft werden, welche Unterstützung euch zusteht. Außerdem hilft euch die Agentur für Arbeit bei eurer Suche nach einem Job. Und nicht zu vergessen: Auch für die Rentenversicherung ist es wichtig, dass ihr als arbeitssuchend gelistet seid.

Was auch immer nach dem Studium kommt: Ihr solltet vorbereitet sein und euch frühzeitig mit bürokratischen Themen befassen. Dann gibt es auch keine bösen Überraschungen.

Immer mehr Abiturienten wollen studieren

Vom Klassenzimmer in den Hörsaal – immer mehr Abiturienten entscheiden sich genau für diesen Weg. Im Abschlussjahrgang 2012 waren es schon beachtliche 52 Prozent und die Zahl steigt!

Das Studium ist für die meisten Schulabgänger Plan A. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren. Seit zehn, um genau zu sein. Drei Viertel der deutschen Abiturienten bevorzugen eine akademische Ausbildung und wollen eine Abschlussarbeit bzw. Bachelorarbeit schreiben, bevor sie sich ins wahre Berufsleben stürzen. Warum, können sie ganz genau beantworten: Sie erhoffen sich zum einen bessere Berufsaussichten und zum anderen ein höheres Einkommen.

Abschlussarbeit vs. Abschlussprüfung

Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, hat andere Motive. Entweder hindern schlechte Noten daran, den gewünschten Studiengang zu besuchen, der Traumberuf erfordert gar kein Studium oder der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist größer als der, später aufsteigen zu können.

Überraschenderweise sind es dabei mehr Frauen als Männer, die den Weg der Ausbildung einschlagen. 27 Prozent stehen hier 20 Prozent gegenüber. Dabei spielt es allerdings auch eine Rolle, aus welchen Verhältnissen sie kommen. Der Akademiker-Nachwuchs entscheidet sich meist ebenfalls für ein Studium und wählt eher seltener eine nicht-akademische Ausbildung.

Dennoch: Derzeit treiben sich bereits 2,5 Millionen junge Menschen an Unis und FHs in Deutschland herum. In den kommenden fünf Jahren sollen 500.000 weitere dazu kommen. Das bedeutet volle Hörsäle und jede Menge Bachelorarbeiten, die geschrieben und gedruckt werden müssen. Erst ab 2025 rechnen Experten mit einem Rückgang der Immatrikulationszahlen.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Das Duale Studium im Trend

Studium oder Ausbildung? Theorie oder Praxis? Das Duale Studium schlägt beide Fliegen mit einer Klappe und ist deshalb aktuell eine der begehrtesten Studienformen in Deutschland. Auch, wenn sich bislang erst knapp vier Prozent der Abiturienten dafür entscheiden.

Abschlussarbeit oder lieber nicht akademische Arbeit?

Ausbildung? Ach nö! Immer mehr Schulabgänger wagen den Schritt in den Hörsaal, anstatt eine Ausbildung zu beginnen. Das ist zwar schön und lobenswert, andererseits fragt man sich natürlich, was auf Dauer mit den Jobs passiert, für die kein akademischer Titel benötigt wird: Bäcker oder Maurer zum Beispiel. Sterben die bald aus? Gibt es nur noch überqualifizierte Arbeitskräfte?

Abhilfe soll hier das Duale Studium schaffen. Es kombiniert praktisch eine Lehre mit einem Studium und lockt sowohl mit einem akademischen als auch einem beruflichen Abschluss. Und frühzeitiger Praxiserfahrung natürlich. Der Part, der in einem normalen Studium meist viel zu kurz kommt.

Gewechselt wird immer im Drei-Monats-Rhythmus. Semesterferien gibt es dabei nicht wirklich, nur ein paar Wochen Urlaub im Jahr. Fast wie im richtigen Berufsleben also.

Praxisbezug? Unschlagbar!

Die Anzahl der Fächer, die dual studiert werden können, steigt stetig an. Vor allem in den Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften. Ein duales Studium ist aber kein Zuckerschlecken, sondern fordert vollen Einsatz. Nach der Arbeit hat ein dual Studierender nicht gleich Feierabend. Er muss lernen, Semesterarbeiten und natürlich auch seine Abschlussarbeit schreiben. Das Pensum ist straff. Dennoch schaffen fast 90 Prozent ihren Abschluss und sorgen damit natürlich für einen weiteren Aufschwung des „hybriden Studienformates“.

Was jetzt noch fehlt, ist Einheitlichkeit. Denn die Voraussetzungen und der Aufbau des Dualen Studiums sind derzeit von Bundesland zu Bundesland noch viel zu unterschiedlich.

Studium auf Probe

Abiturienten haben es heutzutage nicht leicht: Mehr als 9.500 Studiengänge stehen zur Auswahl, viele davon sind erst in den letzten Jahren entstanden. Doch welches Fach ist das Richtige? In welchem möchte man seine Abschlussarbeit schreiben? In welche Richtung soll die berufliche Reise gehen? Antworten liefert ein Orientierungsstudium.

Das bieten inzwischen immer mehr Universitäten in Deutschland an. Sie helfen Studienwilligen dabei, sich zu orientieren und ein Gefühl für das Studieren zu bekommen. So sollen Abbrüche oder ein späterer möglicher Wechsel der Fachrichtung verhindert bzw. minimiert werden.

Ein Gefühl für das Studieren bekommen

Und das nicht ohne Grund: Die Zahlen sind teils erschreckend! Vor allem in den MINT-Fächern ist die Abbruchquote hoch. In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik brechen zwischen 47 und 55 % der Studenten ihr Studium vorzeitig ab.

Die TU Berlin hat deshalb zum Beispiel das zulassungsfreie Orientierungsstudium „MINTgrün“ eingeführt. Das dauert zwei Semester und umfasst alle vier Fachgebiete. Ebenso alle Prüfungen, die nach dem „Schnupperstudium“ anerkannt werden können. Diplomarbeit oder Abschlussarbeit schreiben? Pustekuchen! Darum geht es beim Studium auf Probe nicht.

Auch die Universität Witten/Herdecke hat sich etwas überlegt und das „Orientierungsstudium Kultur und Gesellschaft“ eingeführt. Dieses umfasst ebenfalls zwei Semester und dreht sich um die Fächer Philosophie, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften sowie die praktischen Künste. Pro Semester stehen über 100 Lehrveranstaltungen zur Auswahl. Die kosten allerdings auch: 200 Euro werden pro Monat fällig.

Vom Studiengang bis zur Diplomarbeit

Wer mit seinem Studiengang unglücklich ist oder selbst vielleicht noch nicht genau weiß, wohin die Reise gehen soll: Ein Orientierungsstudium ist eine gute Möglichkeit, mehr über den Uni-Alltag und auch sich selbst zu erfahren. Einfach mal bei den Unis in der Nähe schlau machen. Hier wird in Zukunft noch einiges passieren.

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